OSC Vellmar - Viktoria Aschaffenburg 0:0
Fotos: Rainer Musmann

Vellmar. Wieder kein Dreier: Fußball-Hessenligist OSC Vellmar hat im fünften Spiel in Folge keinen Sieg eingefahren. Gegen Viktoria Aschaffenburg hieß es nach 90 Minuten 0:0. Angesichts akuter Personalnot konnte Mario Deppe mit dem Unentschieden aber gut leben. „Ich bin sehr zufrieden", sagte der OSC-Trainer. Seine Jungs hätten große Moral gezeigt und seien als richtige Mannschaft aufgetreten.
Auf fünf Stammspieler musste Deppe verzichten, darunter der verletzte Kapitän und Regisseur Enes Glogic sowie Christopher Löbel. Für den Polizist, der am Samstag im Dienst war, rückte Jannik Persch auf die zentrale Position vor der Abwehr neben Sebastian Busch. Der 19-Jährige machte seine Sache richtig gut und erkämpfte zahlreiche Bälle. „Ich wollte meine Zweikämpfe gewinnen und nach hinten nichts anbrennen lassen", sagte Persch. Das ist ihm gelungen.
An der Vellmarer Defensiv-Arbeit gab es ohnehin kaum etwas zu kritisieren. In einer hart umkämpften, aber fairen Partie ließen die Hausherren kaum Chancen zu. Die Vellmarer setzten die Vorgabe des Trainers bestens um und störten den Spielfluss der technisch starken Unterfranken. Das Problem: Nach vorn passierte aber auch nicht viel. Es hatte fast den Anschein, als wollten sich die Gegner friedlich voneinander verabschieden. Denn wegen der anstehenden Regionalliga-Reform wird die Viktoria in der nächsten Saison nicht mehr in der Hessenliga einsortiert, und somit trafen die Teams zum vorerst letzten Mal aufeinander.
Während im ersten Durchgang beide Mannschaften den gegnerischen Strafraum mieden wie ein Vegetarier die Wursttheke im Supermarkt, kam nach der Pause etwas mehr Musik ins Spiel. Daran hatte der OSC großen Anteil, der nun mehr Druck ausübte. Der Einsatz der jungen Vellmarer Mannschaft stimmte, aber gelungene Kombinationen über mehrere Stationen hatten Seltenheitswert. „Wir waren präsent. Aber der letzte Pass hat gefehlt", bilanzierte Deppe.
Von den Gästen kam in den zweiten 45 Minuten nicht mehr viel. Nennenswerte Chancen erarbeiteten sich nur die Vellmarer. Die beste ergab sich nach einem langen Einwurf von Ersatzkapitän Christian Wollenhaupt. Mentor Latifi verlängerte mit dem Kopf, und Dominik Lohne versuchte es aus elf Metern artistisch mit einem Fallrückzieher - aber das Leder ging knapp am Tor vorbei (54. Minute).
„Hätten wir unsere wenigen Chancen genutzt, hätten wir uns das heute nicht mehr nehmen lassen", sagte Wollenhaupt, der selbst nach einem Sprint aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbeischoss (73.). Weil auch Tobias Bredow per Freistoß (75.) und Lohne per Kopf (89.) das Aschaffenburger Tor knapp verfehlten, wurde es aber wieder nichts mit einem Sieg. „Schade, dass sich die Jungs für ihren tollen Einsatz nicht belohnt haben", meinte Deppe.
Von Robin Lipke
Quelle: 
Veröffentlicht: 15.04.2012